Twersbraken mit Sauerländisch für Fortgeschrittene

Von Links: Jupp, Sänger und Texter des Trios, Teuerkes Friedel, zuständig für Schwatern, Gesang und Schlachzeuch und Heuers Seiner, der gut am Kiboat ist, aber noch besser tanzen kann.

Ein Sauerländer kommt im Leben mit nur 5 Worten zurecht: Kärl, Woll, Hömma, Äih, und natürlich „Sauerland“. Un dass man daraus ein ganzes Lied machen kann, zeigten die Twersbraken letzten Freitag (06.03.2020) im KulturBahnhof.

Die Twersbraken, das sind Jupp, Friedel und Heuers Seiner aus Eversberg, geschnitzt aus Sauerländer Fichten. Alle drei sind nicht nur begnadete Musiker, sie können auch gut schwatern. Und so wurden an dem Abend auch viele wahre Geschichten erzählt, bis auf einige, die gelogen waren. Das Publikum erfuhr viel neues über die sauerländische Sprache und die Gepflogenheiten unserer Heimat. Nach ein paar Pilschen wurden alle im Saal zu Frohnaturen. Während im Rheinland von links nach rechts geschunkelt wird, bewegen Ur-Sauerländer sich von vorn nach hinten – und umgekehrt. Im Sprachgebrauch finden sich viele Ausdrücke, die man früher wohl für Fremdworte gehalten hat. Aus „Da kommse nich good bye“ hat der Engländer seinen Abschiedsgruß entwickelt und aus „Komma inne Kamma un such ma“ (wenn im Schlafzimmer das Licht aus ist) ist dem Inder sein Kamasutra entstanden. Auch der waahne langsame Walzer kommt aus dem Land der 1000 Berge, er hat 421 Strophen – es wurde allerdings nicht jede vorgetragen. Für die „Annefürsichpolonäse“ fand sich zwar keine „Anne“ im Saal, dafür waren aber 2 Damen bereit, auf der Bühne bei einer Sitz-Polonäse mitzumachen. „Da gemma imma dranne längs“, hieß es.

Nach 2 köstlich amüsanten Stunden voller Kokolores verabschiedeten sich die Twersbraken mit dem Lied „Ewich ein Sauerländer“. Zugaben hatten die drei dann auch noch drauf. Mit „Paul is riemich wie ein Gaul“ und „Wenn der Wind weht, gehn wa gradeaus“ endete der Abend.

Fotos vom Twersbraken-Konzert unter Galerien

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