Jetzt doch „Theo-Schneider-Straße“

Der Heimat- und Verkehrsverein Grevenbrück beantragte, die Straße, die von der Hangstraße ins neue kleine Wohnbaugebiet abzweigen wird, nach Theo Schneider zu benennen. Schneider gehörte bis zu seinem Tod 1990 dem Rat an und setzte sich für den Ort Grevenbrück ein. Nachdem in der Ausschusssitzung keine Einigung erlangt wurde, gab der Bürgermeister die Entscheidung in die Hände der Grevenbrücker Ratsmitglieder. Diese stimmten mit 3 zu 1 für den Namen „Theo-Schneider-Straße“. Der Rat schloss sich in seiner Abstimmung dieser Entscheidung an.

Hier die weitere Meldungen aus der WP zu dem Thema:

03.09.2016:

Theo Schneider oder Edith Stein

Die Erschließungsstraße, die von der Hangstraße ins neue kleine Wohnbaugebiet abzweigt, soll natürlich einen Namen erhalten. Doch da gibt es ein Problem. Während die katholische Kirchengemeinde den Namen „Edith Stein“ favorisiert – in Anlehnung an den Namen des eigenen Pfarrheims im Schatten der Nikolaus-Pfarrkirche – plädiert der Grevenbrücker Heimatverein für „Theo Schneider“. Der war nicht nur langjähriger Vorsitzender und unermüdlicher Motor des Vereins und dessen zahlreichen Aktionen mit intensivem Ortsbegzug, sondern auch etliche Jahre Mitglied der Lennestädter Stadtverordnetenversammlung und Träger unterschiedlicher Auszeichnungen.

Normalerweise schließt sich die Stadt dem Votum der örtlichen Bevölkerung an. Aber was tun, wenn dieses gespalten ist?

Dem Ausschuss für Stadtentwicklung lag das Thema gestern Abend zur Entscheidung vor. Vielmehr hoffte die Verwaltung auf eine Vertagung des Beschlusses bis zur Ratssitzung in drei Wochen. Dem wollte sich Hermann Dörnemann nicht anschließen. „Alle Fakten liegen vor. Bei einem Gespräch mit allen Beteiligten am 13. Juli plädierte die überwiegende Mehrheit für den Namen „Theo Schneider“ für die neue Straße. An dem fast eindeutigen Votum ändert ein neuer Termin für eine Entscheidung nichts.“

Mit dem Votum der Sozialdemokraten für den ehemaligen Grevenbrücker Bürger und Volksvertreter wolle man keinesfalls die Person Edith Stein diskreditieren. „Sie ist eine Person, die ebenfalls sehr gut als Namensgeberin zu beurteilen ist.“ Gregor Schnütgen sah keine Eile geboten bei der Namensnennung, wünschte sich eine Einigung innerhalb des Ortes Grevenbrück.

Lösung herbeiführen

Schnütgen: „Bis zur kommenden Ratssitzung sollten die Grevenbrücker Ratsvertreter mit den Beteiligten sprechen und eine Lösung herbeiführen.“ Ob dafür eine Mehrheits-Entscheidung der gesamten Bürgerschaft über den gewünschten Straßennamen in Grevenbrück nötig ist, wurde nicht diskutiert. Schnütgen: „Vielleicht findet sich in den kommenden drei Wochen ja doch noch eine Lösung.“

Anita Jung sprach im Namen der Grünen-Fraktion. „Eigentlich hatten wir uns ja schon für den Namen Edith-Stein-Straße entschieden. Doch das Thema muss im Ort Grevenbrück geklärt werden.“ Mit 8 : 7 Stimmen votierte der Ausschuss für eine Verschiebung der Entscheidung bis zur Ratssitzung.

Von Werner Riedel, WP

13.09.2016
Edith Stein besser geeignet

Die Benennung von Straßen ist neben der Schwierigkeit einer angemessenen Namensauswahl immer eine emotionale Angelegenheit für den betreffenden Ort und die Menschen. Das konnte man in den letzten Jahren bei den Umbenennungen von Straßen mit umstrittenen Namen feststellen.

Dass der Ausschuss für Stadtentwicklung die Entscheidung über die Benennung der neuen Straße in Grevenbrück bis zur nächsten Ratssitzung verschoben hat, gibt der Öffentlichkeit die Gelegenheit, noch einmal über die Alternativen nachzudenken.

Beide Vorschläge sind begründet und nachvollziehbar, doch sollte eine auf Dauer angelegte Benennung nach einer Person das Kriterium erfüllen, auch in zwanzig oder mehr Jahren eine Wirkung zu entfalten, und das scheint doch mit dem Namen Edith Stein besser zu gelingen.

Die von der Katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus vorgelegte Begründung zeigt schlüssig die Eignung des Namens Edith Stein auf, der auch in der Zukunft die mit ihm verbundenen Werte vermitteln kann.

Es wäre schade, wenn in dieser Frage lokale Gründe den Ausschlag gäben, wie es 1995 in der Entscheidung über den Namen der Hauptschule Elspe geschah, als Kaiser Otto III. sich gegen die Geschwister Scholl durchsetzen konnte, da eine Ratsmehrheit seinen Namen für überzeugender hielt.

Von Werner Riedel, WP