Nach Busunfall kommt Diskussion um Schulweg wieder hoch

CDU Grevenbrück regt Informationsveranstaltung an

Am 19. Februar rutschte dieser Bus mit Schülern auf Blitzeis in der Lehmbergstraße vor eine Mauer.

Der Busunfall an der Lehmbergstraße in Grevenbrück hat die Diskussion um den Weg zur Schule neu aufleben lassen. Viele Stimmen machen sich inzwischen dafür stark, den Busverkehr komplett von der Unfallstraße zu nehmen.

Leserbriefe oder auch Gespräche mit der Redaktion des SauerlandKurier werfen immer wieder die Frage auf, warum der Bus überhaupt über die Lehmbergstraße fahren muss – beziehungsweise noch schärfer formuliert, warum man Schüler bis „ins Klassenzimmer fahren muss“, wie ein Bürger es formulierte.

Durch den Unfall am 19. Februar ist das Thema erneut hochgekocht. Ratsherr Bernhard Schneider aus Grevenbrück hatte zuletzt in der Ausschusssitzung vom 4. September 2018 im Gesamtkontext „Barrierefreier Umbau von Bushaltestellen im Stadtgebiet“ (Vorlage 3033/2018) angeregt, eine Änderung des Busverkehrs in Grevenbrück einzubinden. Im Protokoll heißt es unter anderem dazu: „Die Zufahrt der Busse soll nicht über den Lehmberg erfolgen. Die Schüler sollten stattdessen im Bereich Schützenplatz aussteigen und dann den Fußweg über den Gerichtsweg nehmen. Im Bereich der Bushaltestellen sollten die notwendigen Maßnahmen geprüft werden.“

Der SauerlandKurier fragte beim Beigeordneten der Stadt Lennestadt nach, was seither passiert ist. „Wir sind schon seit drei Jahren an dem Thema dran. Der Ausbau des Gerichtsweges geht aktuell auch seinen Gang“, so Schürheck. Außerdem habe es Gespräche mit der Arge Grevenbrück und den Schulleitungen (Lessing-Realschule, Janusz-Korcaz-Schule und Nikolaus-Grundschule) gegeben. Letztere hätten aber wenig Interesse daran gezeigt, den Schulweg zu ändern.

„Elterntaxis“ am Schützenplatz?

Mögliche Alternativen sieht Schürheck darin, die Schüler an Bahnhof oder Schützenhalle ein- und aussteigen zu lassen, damit sie dann über Gerichtsweg oder Lehmbergstraße ihre jeweilige Schule erreichen. Außerdem wäre am Schützenplatz ein verkehrlicher Raum für „Elterntaxis“ denkbar. Gespräche mit den Schützen darüber habe es ebenfalls schon gegeben.

Durch den neuen Schwung in der Sache ist die CDU nun erneut aktiv geworden und regt eine Informationsveranstaltung zum Busverkehr in Grevenbrück an. Alle Beteiligten sollten hier die derzeitige Situation des Schülerfahrverkehrs in Grevenbrück erörtern und über Verbesserungsvorschläge diskutieren. „Wir haben deshalb Bürgermeister Stefan Hundt gebeten, zu einer solchen Veranstaltung möglichst zeitnah einzuladen“, erklärt Bernhard Schneider. „Hierzu sollten neben Vertretern der drei Schulen auch weitere Personen eingeladen werden.“ Die CDU denkt da an Eltern, das Ordnungsamt, die Polizei, die Busunternehmen oder auch an Vertreter des Kindergartens „Ratz und Rübe“ sowie des Schützenvereins.

CDU-Ortsunionsvorsitzender Hans-Gerd Mummel: „Der Busunfall in Grevenbrück ist gerade ein paar Tage vorbei. Es gibt viele Reaktionen seitens der Betroffenen, die an uns herangetragen werden. Durchgehend wird eine Verlegung der Bushaltestellen gefordert.“ Den Zeitpunkt für eine solche Diskussionsrunde hält auch Stadtverordneter Eugen Wörsdörfer für ideal: „Derzeit laufen städtische Planungen zum Umbau des Gerichtswegs und der Treppenanlage zur Lehmbergstraße. Hier könnten Wünsche wie „Elterntaxistellplätze“, eine bessere Beleuchtung oder eine breitere Treppenanlage zum jetzigen Zeitpunkt noch berücksichtigt werden.“

Von Christian Weber – www.sauerlandKurier.de