Mit dem Postamt wird ein Stück Zeitgeschichte abgerissen

Alte Post in Grevenbrück stand für Aufschwung – Neues soll entstehen

Große Teile des Alten Postamtes fielen gestern dem Abrissbagger zum Opfer. Foto: Christian Weber

Das Alte Postamt in Grevenbrück wird in diesen Tagen dem Erdboden gleich gemacht – damit verschwindet ein Stück Zeitgeschichte, denn Gebäude und Nutzung hatten im vergangenen Jahrhundert eine wichtige Bedeutung für das aufstrebende Grevenbrück.

Wie im Buch des Heimat- und Verkehrsvereins Grevenbrück „Gevore Förde Grevenbrück“ nachzulesen ist, begann im Jahr 1903 die Errichtung des Gebäudes. Aufgrund des zunehmenden Postbetriebs musste schon im Jahr 1927 ein großer Anbau her. Zehn Jahre später wurden hier täglich 200 Pakete verschickt, die Zahl der 4500 Telegramme war die höchste aller Poststellen im Kreis Olpe. Mit 381 Telefonanschlüssen blieb Grevenbrück nur neun hinter Olpe zurück. Auch im Jahresheft 2013 des Heimat- und Verkehrsvereins – Nummer 32 (siehe unten) ist von der „herausragenden Bedeutung“ dieses Hauses zu lesen. Viele örtliche und überörtliche Postaufgaben wurden über Grevenbrück abgewickelt. Umliegende Postämter und -stellen gehörten zu dem in Grevenbrück. Die Nähe zum Bahnhof spielte zusätzlich in die Karten. Grevenbrück war darüber hinaus „Kraftpoststandort“, an dem täglich mehrere Busse an- und abfuhren. „Am 1. September 2003 schlossen sich die Pforten des alten Postamtsgebäudes für immer – nach genau 100-jährigem Bestehen“, heißt es im Jubiläumsbuch des Heimat- und Verkehrsvereins.

Hier ist auch zu lesen, dass sich seither viele fragen, wie es mit dem Gebäude nun weitergeht – die Frage hat vorerst Bestand. Auf Nachfrage des SauerlandKurier beim Architekturbüro Luig hieß es kurz: „Natürlich wird dort wieder etwas hinkommen. Genaueres kann ich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen.“ Bleibt die Gewissheit, dass an diesem geschichtsträchtigen Ort Neues entstehen wird.  

Von Christian Weber – SauerlandKurier vom 28.11.2018

Der 3-seitige Bericht im Jahresheft Nr. 32 des Heimatvereins Grevenbrück ist hier als PDF verfügbar (© Heimatverein Grevenbrück eV. – Alle Rechte vorbehalten)