Frühjahrsaktion der „Igel“ läuft – Kartoffelmarkt geplant

Der „Igel“-Vorstand will Grevenbrück nicht nur durch die Aktion „Igel liebt Bienen“ erblühen lassen. Foto: C. Weber

Die „Interessengemeinschaft Grevenbrück Elspe in Lennestadt“ (Igel) wird den Kartoffelmarkt 2018 wie gewohnt an zwei Tagen feiern – nachdem der Samstagabend des Marktes während der jüngsten Mitgliederversammlung vor allem aus Kostengründen zur Diskussion stand. Außerdem einigten sich die Mitglieder darauf, das Festgelände nur auf einer Bahnhofsseite – der Kopfseite – aufzubauen.

Die intensive Debatte der Igel-Mitglieder begann mit dem Rückblick auf den Kartoffelmarkt 2017, der zwar am Samstag wegen der widrigen Wetterbedingungen quasi „ins Wasser gefallen“ war, am Sonntag aber durch gute Angebote und Besucherzahlen überzeugt hatte. Vom letztjährigen Konzept, beide Seiten des Bahnhofs zu bespielen, rückten die Mitglieder nach fast zweistündiger Diskussion aber wieder ab. „Es hat sich viel getan in der Geschäftswelt vor dem Bahnhof. Hier gehört der Markt hin“, war seitens der Händlerschaft zu hören.

Diese plädierte außerdem dafür, am Samstag festzuhalten. „Der Kartoffelmarkt ist dafür da, sich zu präsentieren. Sparen würde nur nach hinten losgehen“, so ein Argument der Händler. Der Aufwand für nur einen Tag sei außerdem nicht verhältnismäßig und uninteressant, so ein weiterer Gewerbetreibender.
Der Vorstand hatte im Vorfeld dieser Entscheidung die Kosten des Marktes offen gelegt und mögliche Einsparungen zur Diskussion gestellt. Ideen zur Kostenreduzierung wurden dann in der Versammlung besprochen – verbunden mit der Bitte des Vorstandes an alle Igel-Mitglieder, sich stärker bei der Durchführung des Kartoffelmarktes zu beteiligen.

Vor der „konstruktiven Diskussion“ um den Kartoffelmarkt, wie Rolf Schauerte sie nannte, stellte sein Vorstandskollege Thomas Hesse die Frühjahrsaktion vor, die aktuell läuft. Unter dem Motto „Igel liebt Bienen“ setzt sich die Händlergemeinschaft aktiv für die Umwelt und für Insekten und Bienen ein. Dazu werden in den Igel-Mitgliedsbetrieben zurzeit kleine Päckchen (Auflage: 1000 Stück) mit Wildblumensamen verteilt. Wer vor Ostern vor Ort einkauft, bekommt als kleines Dankeschön so ein Päckchen mit auf den Weg. Die Samen sollen dann daheim gesät werden, um Bienen und Insekten Nahrung zu bieten – und natürlich um selbst den schönen Anblick genießen zu können.

Mit dieser Aktion ist auch ein Gewinnspiel verbunden. Wer seinen Wildblumen-Wuchs fotografiert und bis zum 25. August auf der neu gestalteten Igel-Homepage hochlädt, hat die Chance auf einen von insgesamt drei Gewinnen. Die besten Fotos werden übrigens von Kindergartenkindern aus Grevenbrück und Elspe ausgesucht. Der erste Preis ist eine Kurzreise für zwei Personen im Wert von 250 Euro. Platz zwei und drei sind Einkaufsgutscheine (100 Euro und 50 Euro) – einzulösen in den Igel-Geschäften. Die Preise sollen beim Kartoffelmarkt vergeben werden.

Dass die „Igel“ künftig finanziell überhaupt wieder Aktionen stemmen kann, ist der akribischen Arbeit des neuen Vorstandes im vergangenen Jahr zu verdanken. Vor allem auf rechtlicher Seite sah es für die IG düster aus. „Wir mussten uns sehr lange mit unserer Satzung beschäftigen, da gab es viel aufzuarbeiten“, erläuterte Carlo Breidenbach in der Versammlung. Dabei nahm er kein Blatt vor den Mund: „Es ist ein ziemliches Desaster, was uns der alte Vorstand da hinterlassen hat.“ Erst seit dem 8. März 2018 sei die „Igel“ überhaupt im Vereinsregister eingetragen und somit wieder „ordentlich aufgestellt“. Dadurch sei man endlich wieder berechtigt Mitgliedsbeiträge einzuziehen. „Da wurde viel versäumt. Die Arbeit hat uns jetzt viel Zeit und Geld gekostet“, so Breidenbach.
www.igel-lennestadt.de

Christian Weber – SauerlandKurier vom 23.03.2018
Von Christian Weber c.weber@sauerlandkurier.de