Rund 70 Teilnehmer beim ersten Dialogforum

Integration gestalten

„Alle zusammen zu bringen“ – das hatte sich das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Kreises Olpe mit dem Dialogforum auf die Fahnen geschrieben. An dieser Premiere nahmen am Dienstag sechs von sieben Kommunen teil. „Gemeinsam Integration gestalten“ war die mehrstündige Veranstaltung in der OT Grevenbrück überschrieben. Dagmar Sprenger vom KI freute sich abends über die Großzügigkeit und Flexibilität der Gastgeber – und war äußerst zufrieden mit einem gelungenen Tag.

Das KI habe zuvor über den Koordinierungskreis Ehrenamt überlegt, wen man alles einbinden könne, berichtete Sprenger. Das waren alles in allem rund 70 Teilnehmer: Morgens fanden sich Neuzugewanderte, Ehrenamtler, Vertretungen der Städte und Gemeinden sowie andere hauptamtliche Fachkräfte zusammen, um ihre Erfahrungen auszutauschen und auf diese Weise den weiteren Integrationsprozess fördern zu helfen. Und weil alle Theorie bekanntlich grau ist, war das Zauberwort des Tages Kommunikation – schließlich trug das Forum den Dialog bereits im Namen. Bei einer Art Speeddating, das vor allem auf das Finden von Gemeinsamkeiten abzielte, lernten die Teilnehmer einander besser kennen, bei einem ausgedehnten gemeinsamen Mittagessen nutzte mancher die Gelegenheit, begonnene Gespräche zu vertiefen.

Kern des Dialogforums waren im 15-Minuten-Takt neu „zusammengewürfelte“ Arbeitsgruppen, in denen es um Sport/Freizeit/Kultur, Deutsch lernen/Schule/Kita, Beratung/Unterstützung, Ausbildung/Arbeit und Wohnen ging. Ein Thema brannte den Teilnehmern dabei besonders unter den Nägeln: eine (vielerorts oft mangelhafte) Mobilität, die gerade auf den Dörfern wohnenden Flüchtlingen die Teilnahme an Angeboten erschwert, wenn nicht gar unmöglich macht.

Bei allen Themenbereichen aber konnten Kommunen ihre jeweils eigenen Besonderheiten in der Integrationsarbeit in die Waagschale werfen, hier kamen aus persönlicher Erfahrung und Arbeit heraus zahlreiche (neue) Aspekte auf den Tisch bzw. an die Stellwände – Aspekte, die für die Fortführung und Weiterentwicklung des kreisweiten Integrationskonzeptes von Bedeutung sein können. Wer mochte, konnte auch die Fotobox nutzen, sein eigenes Konterfei mit einem persönlichen Statement zu versehen. Die Moderation des Tages lag in den Händen von Angela Siebolt aus Bochum.
Vereinzelt hatten Teilnehmer den Gedanken geäußert, ein solches Dialogforum auch für einzelne Kommunen zu organisieren. Das KI biete in diesem Fall seine Unterstützung an, so Dagmar Sprenger.

SauerlandKurier vom 01.04.2017