Nicht angeleint: Hund jagt Reh im Stadtwald

Exemplare der Rasse Elo. Quelle Wikipedia

Jäger muss schwer verletztes Tier erlösen

Georg Quinke, seit acht Jahren Pächter des Jagdreviers Grevenbrück-West, will in seinem Revier keinen Ärger mit Spaziergängern und Waldbesuchern haben, auch wenn er manchmal die Faust in der Tasche ballt. Am Wochenende war für den erfahrenen Jäger die Schmerzgrenze erreicht. „Das Maß ist voll“, sagt er. Denn am Samstag hat ein freilaufender Hund ein Reh in seinem Revier so lange gehetzt und sich an dem Tier verbissen, dass es getötet werden musste.

Freilaufender Elo

Das Hochplateau zwischen dem Wanderparkplatz „Auf der Linde“ und dem Stadtwald bei Grevenbrück ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger mit Hunden. Am späten Samstag Nachmittag nahm ein frei laufender Elo die Fährte eines etwa einjährigen Rehs aus. Von seinem Jagdinstinkt getrieben, hetzte er das Reh, verfolgte es über eine Wiese unterhalb des Stadtwalds und ließ auch nicht locker, als sich das Reh über eine Böschung in den Veischedebach retten wollte.
Anwohnern im Wohngebiet Kirchwiese bekamen die Jagd mit. Sie konnten den Hund verscheuchen und das erschöpfte Tier aus dem Bach zu retten und am Ufer ablegen. Das Tier konnte noch einige Meter zu laufen, bevor es zusammenbrach. Der alarmierte Sohn des Jagdpächters erlöste es später von seinen Qualen.

Hunde an die Leine

Immer wieder missachten Hundehalter das Anleingebot. Quinke: „Die meisten Halter haben keine Gewalt über ihre Hunde.“ Und fast jeder Hund hat einen angeborenen Jagdtrieb. Hat er Fährte aufgenommen, sind trächtige Ricken leichte Beute. Deshalb appelliert Georg Quinke an alle Hundehalter, ihre Tiere in Waldnähe auf jeden Fall an die Leine zu nehmen, damit solche Vorfälle wie am Samstag erst gar nicht vorkommen.

Aus Westfalenpost vom 29.03.2017