Geschichte des Schützenvereins

Schützenhalle 1910

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

Der Schützenverein St. Blasius 1865 Grevenbrück e.V. feierte im Jahr 2015 sein 150-jähriges Jubiläum. Damit zählt der Verein zu den ältesten in der Chronik des Dorfes Grevenbrück. Für diese lange Zeit ließe sich eine Vielzahl von Ereignissen anführen, die allesamt Meilensteine in der Vereinsgeschichte für die jeweilige engere Zeitachse darstellen. Insoweit soll an dieser Stelle auf eine begrenzte Anzahl an Höhepunkten der letzten 25 Jahre eingegangen werden.

Zu jeder Initiative, an dessen Ende etwas Neues und nachhaltig Wirkendes entstehen soll, gehören natürlich handelnde Personen, die die Idee entwickeln, sie umsetzen und zu deren Gelingen selber Verantwortung übernehmen. Das gilt insbesondere auch für die Gründung und Weiterentwicklung eines Vereins, der sich den Erhalt traditioneller Werte auf die Fahne geschrieben hat.

1. Fahne des Schützenverein aus dem Jahre 1865
1. Fahne des Schützenverein aus dem Jahre 1865

So war es auch in unserem Schützenverein. Im Jahr 1864 hatten der Landwirt Carl Arens, Besitzer des Quinkenhofs, der Schlosser und Innungsmeister Nikolaus Brill und der Landwirt und Inhaber eines Gemischtwarenladens, Franz Heuell, die Idee, in Förde einen Schützenverein zu gründen. Diese Idee wurde mit einem Gläschen Schnaps im Hause des Franz Heuell besiegelt. Im Jahr 1865 war es dann soweit. Auf Anregung dieser drei Männer wurde der St. Blasius Schützenverein Förde gegründet. Der erste Vorstand des Vereins bestand aus: Carl Arens (Hauptmann und 1. Vorsitzender), Friedrich Wilhelm Molitor (Stellvertreter), Heinrich Nathen (Adjutant), Heinrich Mummel (Exerziermeister) und Johann Hesse Baltes (Kassierer). Im gleichen Jahr wurde das erste Schützenfest gefeiert. Dazu wurde am sogenannten „langen Stück“, das war der Raum zwischen den damaligen Ortsteilen Grevenbrück und Förde, also in etwa zwischen der heutigen Schützenhalle und der Lennepassage, ein Zelt errichtet. Das Fest wird von damals bis heute immer am dritten Wochenende nach Pfingsten begangen. Das hat seine Ursache in der engen Bindung des Vereins an die christliche Kirche, die seit Anfang des 17. Jahrhunderts immer an diesem Termin das Gelübde der St. Blasius Prozession erfüllt. Dieses Gelübde hat sich der Schützenverein zu eigen gemacht und darauf aufbauend auch den Namen des Schutzpatrons St. Blasius in den Vereinsnamen integriert. Bis zum Jahr 1909 wurde das Fest am langen Stück, zuletzt in einem Holzbau, gefeiert.

Mit dem Fest des Jahres 1909 begann in Bezug auf den Veranstaltungsort eine neue Zeitrechnung, die bis heute anhält. Es wurde die heutige Schützenhalle im Jugendstil erbaut und in Betrieb genommen. Die Schützenhalle wurde bis zum heutigen Tage mehrfach umgebaut.

Der Name des Schützenvereins wurde der bereits seit langem vollzogenen Entwicklung des Dorfes zu einem zusammengehörenden Ort folgend, im Jahr 1984 in Schützenverein St. Blasius 1865 Grevenbrück e.V, geändert.

St.-Blasius-Schützenprozession am Sonntagmorgen
St.-Blasius-Schützenprozession am Sonntagmorgen

Die Festfolge ist seit jeher bis zum heutigen Tage in ihren Grundzügen nahezu unverändert. So stehen im Mittelpunkt des Samstags das Festkonzert, die Ehrung verdienter Schützenbrüder und der große Zapfenstreich als Abschluss um 24 Uhr. Wesentliche Verbesserung am Samstag war die Vorverlegung der Schützenmesse vom Montagmorgen. Sie wird nunmehr als Festauftakt zu Beginn des Samstags gefeiert, was neben der Schützenprozession am Sonntag die besondere Verbindung zu den christlichen Kirchen untermauern soll. Im Anschluss an die Schützenprozession am Sonntagmorgen und dem folgenden kurzen Frühschoppen bilden der nachmittägliche Festzug mit dem Vorjahreskönig, der anschließende Schützenball mit Königspolonaise und Fahnenausmarsch in Verbindung mit der sehr guten Beteiligung der Schützen bei entsprechend ausgelassener, guter Feststimmung Höhepunkte und eine Demonstration des Sauerländer Schützenwesens. Gleiches gilt für den Montag, der seit einigen Jahren mit einem Ständchen für alle Schützenpastöre an der Pastorat mit anschließendem Frühstück für alle auf Einladung von Schützenpastor Heinrich Schmidt beginnt. Nach Ermittlung des Jungschützen- und Seniorkönigs an der Vogelstange geht es gegen Mittag mit dem „Wackelzug“ in die Halle, wo ein fröhlicher Frühschoppen gefeiert wird. Pünktlich um 16.30 Uhr findet erneut der große Festzug, diesmal mit den neuen Majestäten und mit mindestens gleich guter Beteiligung der Schützen wie am Sonntag, statt. Der anschließende Schützenball geht auch am 3. Festtag bis tief in die Nacht. Seit 1955 wird am Schützenfestsamstag unter den bisherigen Königen an der Vogelstange der Kaiser ermittelt. Die Regentschaft der Kaiser währte bis zum Jahre 1985 zehn Jahre. Ab dem Jahr 1985 wurde sie auf fünf Jahre verkürzt, was die Planbarkeit für Kaiseraspiranten überschaubarer gemacht hat.

Die Zugordnung, die Anzugsordnung, die Teilnahme an den verschiedensten Festteilen, insbesondere an denen mit kirchlicher Verbindung, sind in Grevenbrück von einer hohen und von den Schützen als selbstverständlich angesehenen Disziplin geprägt. Die Traditionen des Sauerländer Schützenwesens erfahren durch diese Disziplin, ohne militärisch zu wirken, auch nach außen ein sichtbares Zeichen, dass die Schützen diese Werte auch in der heutigen schnelllebigen, modernen Zeit zu ihren eigenen machen und diese Werte auch für die Zukunft bewahren wollen.

Kranzniederlegung am Ehrenmal im Planken
Kranzniederlegung am Ehrenmal im Planken

Ein Meilenstein auf diesem Weg war die in den 90er Jahren erfolgte Gründung der fünf Korporalschaften, beginnend 1993 mit der 1. Korporalschaft Bonzel. Mit der Gründung der Korporalschaften gelang es auch auf Nachbarschafts-Ebene und damit besser als vorher, Schützen für die aktive Teilnahme am Schützenfest zu werben und auf Dauer als Mitglied im Verein zu gewinnen.

Die positive Einstellung zum Schützenwesen wird an der Mitgliederzahl deutlich. Sie beträgt in den letzten Jahren immer um die 1.000 Mitglieder. Aktuell sind es rd. 960. Damit ist der Verein einer der größten im Kreisschützenbund Olpe. Damit das auch so bleibt, wurde in diesem Jahr eine weitere Weiche gestellt. Auf Initiative aus den Reihen der Jungschützen wurde eine Jungschützenabteilung gegründet.

Der Schützenverein ist tief im dörflichen Geschehen verwurzelt und diesem verbunden. So war und ist es eine Selbstverständlichkeit, die Schützenhalle für die Veranstaltungen der Vereine, Unternehmen und sonstigen öffentlichen Institutionen zur Verfügung zu stellen, in der Not sogar für einen längeren Zeitraum. So diente die Halle im Jahr 1966 von Aschermittwoch bis zum 11. Juni wegen grundlegenden Renovierungsarbeiten in der kath. Kirche als Notkirche. Im Jahr 1980 wurde der Schützenplatz und ein Teil der Schützenhalle für etwa 18 Monate an die Volksbank Grevenbrück vermietet, die in diesem Zeitraum einen umfangreichen Erweiterungsbau ihres Gebäudes durchführte.

Auch bei anderen Anlässen des Dorfes bringt sich der Schützenverein gerne ein. So moderiert er die jährliche Vereinsabsprache Ende Oktober im Feuerwehrhaus ebenso, wie er sich an der Planung und Organisation dörflicher Großveranstaltungen beteiligt. Jüngste Beispiele sind die Weiterführung des Weihnachtsmarktes durch örtliche Vereine und das große 875-jährige Dorfjubiläum im Jahr 2015. Diese Aktivitäten sind letztendlich durch die aktuelle Satzung zu den Bestimmungen des Vereinszwecks festgeschrieben.

Zum Ende dieses „Vereinsberichtes“ sollen noch einmal einige Sätze vom Anfang desselben aufgegriffen werden. Es bedarf zur Mitgestaltung eines aktiven Vereinslebens immer handelnder Personen, die Verantwortung übernehmen und Zeit einbringen. Dem Schützenverein ist es seit seiner Gründung immer wieder gelungen, sowohl im Vorstand als auch im Offizierskorps Personen zu gewinnen, die alle benötigten Eigenschaften mitbringen und es vor allem an einem nicht mangeln lassen: viel Herzblut für diesen Schützenverein St. Blasius 1865 Grevenbrück e.V.

Diesen Personen ist großer Dank geschuldet, auch wenn sie das damals wie heute aus dem Ihnen eigenen Verständnis von Pflichtbewusstsein nicht gerne hören.

Das Verständnis für den Erhalt alter Traditionen in Gemeinschaft, wie es in unserem Schützenverein gelebt wird, ist in der heutigen Zeit und Gesellschaft, in der manchmal das individuelle Interesse zu sehr in den Vordergrund rückt, schon wieder fortschrittlich. Wir müssen uns um den Erhalt des Vereins und seiner Werte auch in der Zukunft keine Sorgen machen. Wir Schützen wollen mit dem Erhalt der traditionellen Werte die Gemeinschaft stärken, uns in deren Dienst stellen und so die Zukunft mitgestalten.

schuetzenhalle